Die Rauhnächte waren bei unseren Vorfahren Heilige Nächte.
In ihnen wurde möglichst nicht gearbeitet, sondern nur gefeiert und in der Familie gelebt.
Es gibt 12 Rauhnächte! Diese Rauhnächte gingen immer von Nacht zu Nacht.
Also von 24.00 Uhr an Heilig Abend, der “Mutternacht” bis 24.00 Uhr am 25. Dezember – das war die erste Rauhnacht.
Diese zwei Wochen sind eine Übergangszeit, eine “Niemandszeit”, wie auch unsere heutige Bezeichnung “zwischen den Jahren” deutlich macht.
In ihr gehen, wie man glaubte, die Geister um, treiben Seelenscharen ihr Wesen und jagen die wilden Jäger mit ihrem Gefolge umher.
Von notwendigen Tätigkeiten wie kochen, spülen etc. abgesehen, sollte man sich während der Rauchnächte still und unauffällig verhalten und keine wesentliche Arbeit verrichten.
Viele glauben , dass alles, was man in den Raunächten träumt, im kommenden Jahr in Erfüllung geht. Also es lohnt sich im jeden Fall die Träume zu notieren und im nächsten Jahr zu überprüfen.
Doch richtiger beginnen diese magischen Wunder-Nächte bereits am Vorabend zum 21.Dezember – also zur Wintersonnwende, bzw. am St. Thomastag. An diesem Abend sollte alles gründlich mit Ritualkräutern durchgeräuchert werden: Haus oder Wohnung, früher auch Ställe und Felder. Damit vertreibt man böse Geister, damit sie nicht die nahende ‘heilige Zeit’ stören.
Natürlich ist vor allem auch die Nacht vom 24. auf den 25.12. besonders heilig und bedeutungsschwer. So können in dieser Nacht die Tiere zu uns sprechen. Und: In dieser Nacht sind Rituale und Orakel, die mit Glück und Geld zu tun haben, besonders sinnvoll. Man sollte alle Schlüssel und Schlösser in der Wohnung blitzblank putzen und vielleicht ein Münzorakel machen.
Die Nacht vom 31.12. zum 1.1 hat die stärkste Wahrsagewirkung und es geht schon seit Urzeiten um die Abwehr von bösen Geistern. Geknalle, lärmende Umzüge mit vermummten Gestalten bei denen Trommeln, Schellen und Peitschenknallen für den nötigen Krach sorgten, sollten diese fernhalten. So bemüht sich bspw. die Hausfrau schon seit jeher, über Neujahr ja keine Wäsche zum Trocknen hängen zu lassen, da die umhertreibenden Geister sich in der Wäscheleine verfangen könnten und so Unglück im kommenden Jahr mit sich bringen.
In den vielen ländlichen Bereichen der Alpenregion ist das “Räuchern”, das Begehen der Wohn- und Arbeitsräume und Stallungen mit gesegnetem Weihrauch, üblich, um die Dämonen zu vertreiben. Auch sollte vor Beginn des Neujahrsfestes das Haus gründlich geputzt werden. Während der Neujahrstage würde man Gefahr laufen, auch das Glück hinauszukehren bzw. zu putzen. Eine Stunde vor Mitternacht werden alle Fenster geöffnet, um das neue Jahr hereinzulassen.
Viele Essens- und Trinkbräuche, die man zum Jahreswechsel pflegt, haben ebenfalls einen abergläubischen Hintergrund. Das man sich am Neujahrstag etwas ganz besonders Gutes gönnt, liegt auf der Hand, schließlich sagt man: “Wer über die Jahre gut schmaust, hat das ganze Jahr vollauf”. So manchen läßt der Aberglaube seine Linsensuppe am Neujahrstag auslöffeln, damit das Kleingeld im neuen Jahr nie ausgeht. Beliebt ist auch der Neujahrskarpfen. Dazu gehört, daß der Hausvater eine der Fischschuppen unter seinen Teller legt. Diese muß das ganze Jahr über in der Geldbörse aufbewahrt werden, was einen prall gefüllten Geldbeutel garantieren soll.
Die Nacht vom 5. zum 6.1. ist dann besonders wichtig, um Überflüssiges, unnötig Altes oder Belastendes aus dem vergangenen Jahr endgültig abzuwerfen. Daher soll man auch spätestens am 6. Januar jede Weihnachtsdekoration, den Christbaum usw. entsorgen. Die bösen Geister der Vergangenheit kann man in dieser Nacht gut vertreiben und gleichzeitig gute Kräfte für das Neue Jahr beschwören. In dieser letzten Rauhnacht soll man eine Zeitlang alle Fenster öffnen, die bösen Geister hinaus schicken und die guten herein bitten.